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Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten, Niederösterreich, Austria
Seit 2011 gibt es den Museumsblog. Bis 31. Juli 2016 waren es Themen, die im Zusammenhang mit den drei Kernbereichen des Landesmuseum Niederösterreich (Geschichte - Kunst - Natur) standen. Mit 1. August 2016 wird das Landesmuseum zum Museum Niederösterreich und somit ist der Museumsblog unter neuer Adresse zu finden: www.museumnoe.at/de/das-museum/blog

12. August 2011

Fledermaus

Sa, 29. September 2012: Nacht der Fledermäuse in der Hermannshöhle
in Kirchberg am Wechsel. Mehr Infos: http://www.fledermausschutz.at/Sets/Termine-Set.htm

Neuester Beitrag aus der Presse 2. Mai 2012: derstandard 


20. September 2012: Kontrolle des Nistkasten im Garten des Landesmuseums:

Katharina Bürger vom KFFÖbei der Kontrolle


Ob Fledermäuse in hoch gelegenen Nistkasten eingezogen sind, kann man einfach mit einem Spiegel kontrollieren.


Und so funktionierts:
1. Spiegel (idealerweise etwas größer) zur Sonne hin ausrichten,
2. mit der Reflektion auf die Öffnung des Nistkasten zielen
3. der Innenraum des Nistkasten ist hell erleuchtet.


Das Fledermausbuffet im Garten des Landesmuseum
Fledermausbuffet, Foto: J. Kritzl


Preisverleihung Umweltpreis an
die Schule Dr. Theodor Körner
Ab 4. Mai 2012 wurde hier das Projekt der Dr. Theodor Körner HS 4 im Zuge des Umweltpreises der Stadt St. Pölten "Fledermäuse brauchen Freunde - was kannst du für sie tun?" präsentiert. Am 2. Juni 2012 war die Preisverleihung des Umweltpreises: Das Projekt hat den 2. Platz erreicht.

Bechsteinfledermaus,
Foto: Gerald Kerth

Im Rahmen dieses Projektes haben die Kinder mit Ihren Lehrerinnen Sissi Dittrich und Lucia Waidmayr im Landesmuseum eine Ausstellung gemacht. Entlang der Stiege zur Höhle werden Fledermausarten aus St. Pölten vorgestellt und in der Höhle sind Exemplare (der Abendsegler und das Große Mausohr) ausgestellt. Weitere interessante Stationen (Fledermausbuffet und Fledermausnistkasten) findet man im Museumsgarten.
Ziel dieser Arbeit ist, darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um teilweise vom Aussterben bedrohter, jedoch sehr nützlicher Tierarten handelt.



Wie kann jeder dazu beitragen, Fledermäuse zu schützen?

•    Zerstören Sie nicht ihre Behausung!
•    Fällen Sie keine Bäume, wenn Junge vorhanden sind!
•    Hängen Sie Fledermauskästen auf!
•    Stören Sie die Fledermaus nicht im Winterschlaf!
•    Pflanzen Sie nachtblühende Blumen, weil dann Insekten kommen, die wiederum Nahrung für die Fledermäuse sind!
•    Verwenden Sie keine Gifte im Garten!
•    Benützen Sie nur umweltfreundliche Lacke!

Am 4.5.2012 präsentieren die SchülerInnen im Museum ihre Arbeit und möchten somit auch der Bevölkerung zeigen, wie jeder dieses niedliche Tier schützen kann.
Die SchülerInnen der Dr. Theodor Körner HS 4 bei ihrer Aufführung,
Foto: Barbara Seiberl

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2011 ist nicht nur das Internationale Jahr des Waldes, sondern auch das Internationale Jahr der Fledermaus. Die UNO hat 2011 als "Year of the bat" ausgerufen.

Der September steht ganz im Zeichen der Fledermaus
Im Landesmuseum ist das „Mausohr“ (Myotis myotis) Objekt des Monats.

Im Stadtmuseum St. Pölten findet am 2. September 2011 die 1. St. Pöltner Fledermausnacht statt. Ab 18 Uhr gibt es ein buntes Programm zu Ehren der einzigen fliegenden Säugetiere.<<Hier gehts zum Bericht von Ingrid Reichel-LitGes>>

Der Große Abendsegler. Fotocredit: Wolfgang Forstmeier
Weltweit gibt es über 1200 Fledermausarten (davon sind ca. 175 Arten Flughunde).
Fledertiere stammen von baumbewohnenden Insektenfressern (evt. auch von Fruchtfressern) ab und werden in zwei Unterordnungen unterteilt: Flughunde (Megachiroptera) und Fledermäuse (Microchiroptera).
In Europa kommen 38 Arten (inkl. 1 Flughund-Art) vor. In Österreich gibt es derzeit 28 Fledermausarten, laut Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich möglicherweise mehr.

Als der schnellste Flieger unter den einheimischen Fledermäusen gilt der Große Abendsegler (Nyctalus noctula).

Alle heimischen Arten verbringen den Tag und den Winterschlaf in Quartieren: Sommerquartiere finden sich in und an Gebäuden (Dachböden, aber auch Spaltenquartiere) und sonstigen Objekten (z.B. Brücken) sowie in und an Bäumen.
Winterquartiere befinden sich in unseren Breiten meist in Höhlen, Stollen, Bäumen oder auch in Holzstapel und vermutlich in Gebäuden.

Fledermäuse erzeugen Ultraschall-Rufe im Kehlkopf und stoßen sie über den Mund (Glattnasen) oder die Nase aus (Hufeisennasen). Die zurückkommenden Echos werden zu einem Hörbild verarbeitet. Lautbeispiele finden Sie hier: http://www.fledermausschutz.at/

Die heimischen Arten ernähren sich von Insekten und anderen Arthropoden, wie z.B. Spinnen.
Weltweit gibt es Fledermausarten, die Wirbeltiere wie Kleinsäuger, Frösche, Reptilien, Vögel, andere Fledermäuse oder Fische erbeuten. Andere Arten ernähren sich hauptsächlich vegetarisch von Früchten, Blüten, Nektar, Pollen und auch Blättern. Von Blut ernähren sich nur 3 Arten in Mittel- und Südamerika.

Gefährdung und Schutz
Aufgrund ihrer komplexen Lebensweise mit zeitlich und räumlich getrennten Lebensräumen sind Fledermäuse sehr gefährdet. Fällt nur ein Teillebensraum aus, kann dies zu gravierenden Veränderungen im Bestand einer Region bis hin zum Aussterben ganzer Populationen führen.
Die verschiedenen Wochenstubengilden sind unterschiedlich stark gefährdet: Bewohner großer ruhiger Dachböden sind derzeit stärker gefährdet, ebenso Baumbewohner und etwas weniger Spaltenbewohner.
Viele Fledermausarten sind in der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere Österreichs als "gefährdet", "stark gefährdet" oder sogar "vom Aussterben bedroht" angegeben (http://www.roteliste.at/).

Vorkommen in Österreich: http://www.fledermausschutz.at/start.htm%20

Fledermäuse in St. Pölten
Das Referat Umweltschutz – Lebensraum St. Pölten hat 2010 im Jahr der Biodiversität gemeinsam mit der Forschungsgemeinschaft LANIUS, dem KFFÖ (Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich) und coopNATURA eine Fledermauserhebung in St. Pölten gestartet. Die Erhebungen laufen seit Juni 2010 im historischen Stadtzentrum, im Gebiet des Naturlehrpfades Feldmühle, im Hammerpark, in Privatgärten und entlang der Traisen.
Auch im Nationalpark Thayatal wurde 2010 eine Fledermaus-Erhebung über 2 Jahre durchgeführt.
Hier geht´s zum pdf (6 MB).

ÖBB-Brücke in St. Pölten,
Foto: Ingrid Leutgeb-Born
In St. Pölten wurden wichtige Hinweise auf Fledermausquartiere gesammelt, z.B. ÖBB-Brücke über die Traisen oder Schulgebäude der BBAKIP & BBASOP in der Dr. Theodor Körner Straße oder ein Schwimmteich in einem Privatgarten, zu dem die Fledermäuse in der Nacht trinken kommen.
Bei der ÖBB-Brücke befindet sich in den Spalten zwischen den Betonplatten ein Quartier von Großen Abendseglern
In der Abenddämmerung kann man sie beim Ausfliegen beobachten.

Die Untersuchungen sollen Grundlage für weitere Schutzbemühungen ebenso sein, wie eine Informationsbasis für die interessierte Bevölkerung bieten, zum Beispiel im Zusammenhang mit Dachrenovierungen oder der Gestaltung eines fledermausfreundlichen Gartens.
Wichtig ist auch, dass keine Insektizide im Haus und Garten eingesetzt werden. Denn es werden nicht nur die Insekten vergiftet, sondern in der Folge auch Fledermäuse und Singvögel bzw. fehlen diesen Arten die Insekten als Nahrungsquelle.
Wenn Sie ein Fledermausquartier im Stadtgebiet kennen, so teilen Sie uns dies bitte mit unter 02742-333-3304 DI Ingrid Leutgeb-Born oder per E-Mail an fledermaus@st-poelten.gv.at oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Rathaus mit Zweifarbenfledermaus
Am 27. August 2009 kreisten im Innenhof des Stadtmuseums bei einem Jazzkonzert zahlreiche Fledermäuse über den Köpfen der Besucher und Anfang November 2009 hing für 10 Tage eine Zweifarbenfledermaus am Rathaus neben dem Eingang des Tourismusbüros.
Zweifarbenfledermaus,
Foto: Ingrid Leutgeb-Born
Im St. Pöltner Stadtgebiet wurden 2010 rund 12 Fledermausarten und 2011 schon 16 Arten nachgewiesen. Die häufigste Art ist der Große Abendsegler. Als Quartiere, in denen sich im Sommer tagsüber hauptsächlich Männchen aufhalten, dienen auch „moderne“ Bauwerke mit Betonplatten. Die Spalten hinter diesen Platten – meist an der Südseite – sind gefragte Lebensräume.
In der Abenddämmerung lassen sich die Abendsegler aus diesen Spalten fallen und fliegen auf Jagd nach nachtaktiven Insekten.

Diese Art wurde 2010 sowohl im Stadtmuseum, im Hammerpark, an der Traisen, im Gebiet Naturlehrpfad Feldmühle und in naturnah gestalteten Privatgärten festgestellt.
Im Sommer 2011 wurden in einem Privatgarten in St. Pölten bei einem 2-stündigen Netzfang, 19 Individuen aus 8 Arten gefangen und wieder frei gelassen. Informationen über die Fledermäuse von St. Pölten werden in unserem Endbericht zum Fledermausprojekt, der im Spätherbst/Frühwinter dieses Jahres fertiggestellt werden wird ausführlich enthalten sein.
Am 4. August 2011 hing den ganzen Tag über eine Bartfledermaus vor dem Eingangstor des Stadtmuseums.
Bartfledermaus, Foto: Ingrid Leutgeb-Born
Im St. Pöltner Stadtgebiet wurden 2010 schon 12 Fledermausarten nachgewiesen. 2011 sind bis jetzt 2 Artnachweise zusätzlich gelungen: Wimperfledermaus und Mückenfledermaus. Somit aktueller Stand 14 Arten in der Landeshauptstadt von Niederösterreich, das bedeutet die Hälfte aller in Österreich derzeit bekannten 28 Arten ist bei uns anzutreffen.

28. Juli 2011

Der Museumsblog Natur



Das Landesmuseum zeigt naturkundliche Zusammenhänge in Niederösterreich auf und will das ExpertInnen-Wissen in den Dienst aller Interessierten an Naturfragen stellen.
Hier bekommen Sie noch mehr Hintergrundinformationen zum Naturbereich des Landesmuseums, also zu den Tieren und Pflanzen Niederösterreichs, zur Arbeit der TierpflegerInnen und vieles mehr.
Bitte um Verständnis, dass Fragen der Haustierhaltung und dergleichen nicht beantworten können.

Ihre Blog-Redakteurin
Monika Schaar-Willomitzer

Wenn Sie eine Frage, interessante Themen oder dergleichen haben bzw. behandelt haben möchten, schicken Sie uns einen Kommentar entweder unter den entsprechenden Einträgen oder per E-Mail.

20. Mai 2011

Das Ziesel
Ein Steppennager im Museumsgarten


Neuester Link: http://ziesel.org/unterschreiben/
 

Ziesel im Landesmuseum,
Foto: Wenzel

Im Landesmuseum Niederösterreich sind wieder die Ziesel eingezogen! 3 Weibchen und 1 Männchen befinden sich in einem Freigehege im Museumsgarten.
Schon 2007 sind die ersten Ziesel im Museumsgarten eingezogen. Mit 2009, dem Umbau des Landesmuseums, wurden sie quasi auf "Urlaub" in die Blumengärten Hirschstetten geschickt. Die vier Ziesel stammen auch von dort.

Ursprünglich waren die Ziesel in der Gegend um das Brunnenfeld im Süden St. Pöltens heimisch. Da das Ziesel ein sehr scheues Tier ist, kann man nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob sie dort noch leben oder nicht.

Das Ziesel ist ein einheimisches Nagetier und lebt in flachen Bereichen, wie Wiesen und Viehweiden, wo Bäume und Sträucher nicht die Sicht versperren. Gerne stellt es sich auf die Hinterbeine, um die Umgebung zu beobachten. Früher gab es in Niederösterreich viele Viehweiden, diese sind aber selten geworden - wie auch das Ziesel. Manche sind auf offene Flächen von Flug- oder Golfplätzen gezogen. Das Ziesel frißt gerne Gräser und Kräuter und deren Samen und Wurzeln. Ab und zu landet auch eine Heuschrecke in seinem Magen. In der kalten Jahreszeit halten Ziesel Winterschlaf.

Einzug Ziesel im Freigehege am 30. Mai 2011
Die Tierpflegerin läßt die Ziesel in ihr neues Gehege

„Es ist schon Jahrzehnte her, dass dieser sympathische Kleinsäuger in den ehemals ausgedehnten Hutweiden und Steppenrasen Ostösterreichs zu den vertrauten Erscheinungen zählte. Der Nager war lokal so häufig, dass er gezielt verfolgt wurde. Als Entlohnung für jeden abgelieferten Zieselschwanz wurden Schwoaferl-Prämien ausbezahlt.
Doch nicht die Schwoaferl-Prämien waren ausschlaggebend dafür, dass das Ziesel heute als stark gefährdete Art gilt. Seine ursprünglichen Lebensräume haben sich drastisch verändert. Hutweiden und andere Trocken- oder Halbtrockenrasen sind nach Auflassung der Weidewirtschaft oder Einstellung der Mahd in Äcker verwandelt oder aufgeforstet worden. Ein Trend, der leider noch immer anhält. Dabei wurden große Kolonien in viele kleine aufgesplittert, die sich aufgrund populationsgenetischer Gesetzmäßigkeiten kaum halten konnten. Kleinräumig boten dem Ziesel Rasenböschungen, Feld- und Wegraine, Dämme usf. wenigstens zeitweise einen geeigneten Lebensraum. Der beständige Rückgang der Zieselpopulation war jedoch nicht aufzuhalten.“ (Zitat: Naturschutzbund NÖ).
Verzweiflung oder Anpassung? Heute sind Ziesel oft mehr oder weniger geduldete Zaungäste von Golfern, Segelfliegern, Campern und Sportlern. Der Zusammenhang zwischen diesen Lebensräumen und Freizeitaktivitäten des Menschen liegt auf der Hand: es sind gehölzarme, kurzrasige Flächen, die dem ursprünglichen Lebensraum des Ziesels sehr ähnlich sind.

Verbreitung: trockenwarme Steppenlandschaften
Lebensraum: niedrigwüchsige Rasenflächen
Erkennen von Fressfeinden: Männchenmachen
Zieselbau: Wohn- und Fluchtbau, bis 1,5 m tief, Eingangsöffnung ca.5-7 cm
Nahrung: Gräser und deren Samen, Klee, Löwenzahn, Insekten, Käfer
Lebensweise: können 4-6 Jahre alt werden, Weibchen bringen bereits als Jährlinge durchschnittlich 5 Junge zur Welt (Tragzeit ca. 25 Tage, nach 2 Monaten selbstständig, eigener Bau), sie sind tagaktiv und zwischen April und September an warmen Sommertagen zu beobachten, in der kalten Jahreszeit halten sie einen Winterschlaf.

25. April 2011

Habichtskauz


FRÜHLING BEI DEN HABICHTSKÄUZEN

Weiterverfolgung des Wiederansiedlungsprojekts junger Habichtskäuze vom Mai 2011 (sh. weiter unten)

Alle besenderten Habichtskäuze haben den Winter gut überstanden. Im Gegensatz zu den ersten beiden Freilassungsjahrgängen waren die Vögel mit einzelnen Ausnahmen aus dem Jahr 2011 relativ stationär und wanderten meist nur kleinräumig.

Der Winter begann mit milden Temperaturen und wenig Schnee. Der erste Schneefall setzte am 7. Dezember ein, größere Schneemengen gab es seit Mitte Jänner und tiefe Temperaturen von bis zu -22°C wurden Mitte Februar gemessen. Bei den tiefen Temperaturen wanderten die Habichtskäuze kleinräumig meist im nahen Umfeld ihrer Streifgebiete. Dennoch blieben sie im Winter und bis in den Frühling stationär.

Vergangenen Winter verlor Männchen Chlodwig im Grenzbereich des Wildnisgebietes seinen Sender (er war nach seiner Freilassung in Göstling in das Wildnisgebiet gewandert). Mit Schneeschuhen und dem Zurücklegen von einigen hundert Höhenmetern konnte der Sender in einer Fichte nahe dem Gipfel gefunden werden.

Aufgrund der bisherigen Ergebnisse können zumindest 10 besetzte „Reviere“ dokumentiert werden, wobei zumindest  4 - 5 von einem Paar besetzt sein dürften.

Das Weibchen Alexandra war vor dem Winter nach dem Tod des Männchens Martin, mit dem sie sich gemeinsam seit Beginn der Herbstbalz in einem Streifgebiet aufhielt, in die Umgebung der Nachbarortschaft gewandert, wo sie sich einige Wochen aufhielt. Danach kehrte sie wieder zu einem „neuen“ Männchen namens Lukas zurück, mit dem sie sich geraume Zeit im selben Streifgebiet aufhält, um aber auch diesen potenziellen Partner wieder zu verlassen. Vor kurzer Zeit wanderte sie in die Nachbarortschaft zum Männchen Trux, bei dem sie sich wenige Tage aufhielt, um danach Männchen Lukas wieder aufzusuchen.

Im Streifgebiet von Weibchen Salvatore und Männchen Franz gelangen sowohl Sichtbeobachtungen als auch Balzbeobachtungen. Es zeigte sich, dass Balzbeobachtungen mit großem Aufwand verbunden sind, da die Rufe nur wenige 100 Meter weit zu hören sind und zur Balzzeit im Februar und März aufgrund der Schneehöhen viele der Reviere ohne Gefährdung der eigenen Person nur schwer zu erreichen sind.

Ein Ursache, dass die meisten Habichtskäuze aus dem Jahr 2011 stationär blieben, könnte die soziale Komponente sein, da 2011 20 Habichtskäuze freigelassen wurden (im Jahr 2009 nur 9, im Jahr 2010 nur 12). Ein weiterer Grund könnte die bessere Nahrungssituation sein. Insgesamt konnten bisher 41 Habichtskäuze in und um das Wildnisgebiet freigelassen werden. Die Sterblichkeit lag mit ca. 30 % in einem durchaus vertretbaren Bereich, wenn man davon ausgeht, dass natürliche Sterblichkeitsraten bis zu zwei Drittel und mehr erreichen können.

Die zwei Zuchtpaare in der Verantwortung des Wildnisgebietes (in Göstling und des Kooperationspartners OAW in Linz) begannen Anfang März zu brüten. Nun hoffen wir, auf eine erfolgreiche Brut in den Zuchtvolieren und auch in freier Wildbahn!

Die ersten Freilandbruten der Habichtskäuze aus dem Wildnisgebiet

Es ist so weit! Nach den ersten drei Freilassungsjahren konnten nach dem Biosphärenpark 2011 auch rund um das Wildnisgebiet die ersten Bruten von Habichtskäuzen aus dem Wildnisgebiet am 18.3.2012 und am 4. 4. 2012 bestätigt und dokumentiert werden. Bei Paar „1“ handelt es sich um ein kräftiges Männchen namens Anton aus dem Alpenzoo Innsbruck aus dem Jahr 2011 und um ein unbesendertes Weibchen aus dem Wiener Wald aus dem Jahr 2010. Der erste bestätigte Brutplatz liegt ca. 13 bzw. 20 km von den Freilassungsorten entfernt. Das zweite Paar setzt sich aus Individuen mit den klingenden Namen Stefan und Schöne Valerie zusammen, die von zwei unterschiedlichen Paaren der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee zur Auswilderung zur Verfügung gestellt wurden. Der Brutplatz befindet sich ca. 5 km vom Freilassungsort entfernt. Beide Paare brüten in einem geschlossenen, massiven Lärchennistkasten in einem Fichtenmischbestand bzw. einem Buchenbestand. Die Telemetrie ermöglichte das Auffinden der Vögel in 20 km Entfernung zum Freilassungsort, was die Montage der Nistkästen im Streifgebiet der Vögel gewährleistete, was wiederum das Auffinden und Bestätigen der Freilandbrut möglich machte. Die Freude über die ersten bestätigten Freilandbruten der Habichtskäuze aus dem Wildnisgebiet - nach drei Jahren intensiver Arbeit für die Tiere - ist groß!

Bei Drucklegung der NEWS waren noch nicht alle Nistkästen kontrolliert, so dass weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen werden können. Auch gibt es insbesondere im Wildnisgebiet zahlreiche natürlich Brutbäume, so dass auch Bruten, die nicht gefunden werden, nicht ausgeschlossen werden können.

Text und Bilder: Ingrid Kohl

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Mit 2. Mai 2011 werden im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts junge Habichtskäuze im Landesmuseum getauft. Weitere Vögel befinden sich an der „Vogelwand“ im Museumsnaturbereich.

Sensation im Wienerwald: 
Habichtskauz © Marc Graf
Erstmals Habichtskauz-Nachwuchs in freier Wildbahn! 
Anfang Juli 2011 entdeckte Projektleiter und Wildbiologe, Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI), eine wissenschaftliche Sensation: Inmitten des Biosphärenparks Wienerwald fand er in der Krone einer mächtigen Rotbuche ein kleines Habichtskauz-Kücken. Mehr unter www.habichtskauz.at

Habichtskauz © H. Hillewaert
Der Habichtskauz kommt in Österreich nur mehr sporadisch vor, daher sind Maßnahmen zum besonderen Schutz erforderlich. Aktuell sind Bemühungen im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Biosphärenpark Wienerwald im Gange. Er wird bis zu 60cm groß, Männchen haben eine Flügelspannweite von 115cm, Weibchen eine von 125cm, bevorzugt Buchenmischwälder und ernährt sich von kleinen Säugetieren, v.a. Mäusen.
Nistplätze befinden sich in Baumhöhlen, Baumstrünken, Horsten, aber sie nehmen auch gerne Nistkästen an. Die Ablage von 2-3 (max.6) Eiern erfolgt in den Monaten März/April. Für die Ernährung ist ausschließlich das Männchen zuständig.
Quelle: Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (www.fiwi.at)

LR Dr. Stephan Pernkopf
Taufpate zu sein, bedeutet zum einen eine große Pflicht. Als Pate sollte man nicht nur schnell zur Taufe eilen um sein Patenkind dort für nur wenige Minuten in den Armen halten. Als Pate übernimmt man auch Verantwortung für den Täufling und sorgt sich um sein Wohlergehen, sein Wachsen und Heranreifen.
Als Taufpate für einen jungen Habichtskauz darf ich die Patenschaft für diesen Jungvogel und das gesamte Habichtskauz Wiederansiedelungsprojekt übernehmen.

Das Land Niederösterreich übernimmt hier seit dem Jahr 2008 seine Verantwortung im Bereich des Artenschutzes und der Biodiversität und leistet einen entscheidenden Anteil am „Come Back“ dieser großen Waldeule in Österreich.

Taufpate zu sein, bedeutet aber auch eine große Freude. Den kleinen Jungvogel in der Hand zu halten, kaum größer als ein Wollknäuel, ist ein einmaliges Erlebnis. Als Namen für den kleinen Schlaumeier habe ich „Vifzack“ gewählt, stehen doch Eulen schon seit der Antike als Symbol für Weisheit und Wissenschaft. In diesem Sinne soll sich mein Patenkind durch Scharfsinn und Raffinesse auszeichnen und in eine gute Zukunft gleiten.

Dr. Richard Zink
Es war einer dieser kühle Frühlingsmorgen meiner Kindheit (ich war gerade 12 Jahre alt) als meine Faszination für Eulen begann: Ich saß am Fenster, als ein – für meine damaligen Vorstellung – riesiger Vogel lautlos und nur ganz knapp über die Wiese unseres Gartens strich. Blitzschnell verschwand er in einem unserer alten, hohlen Kirschbäume. Ich war fasziniert – und legte mich am nächsten Morgen auf die Lauer. Tagtäglich konnte ich den Kauz (beinahe auf die Minute genau) wieder beobachten; er kam aus dem Wald und verschwand in seiner Höhle. Wie meine späteren Recherchen ergaben, handelte es sich um einen Waldkauz, der kleinen Geschwisterart des seltenen Habichtskauzes.
Später studierte ich Wildbiologie, spezialisierte mich auf Greifvögel- und Eulen und träumte davon den seltenen – bei uns bereits im 20. Jhdt. ausgestorbenen - Habichtskauz eines Tages wieder in Österreich beobachten zu können. Diese Idee reifte bis im Jahr 2006 ein internationales Experten-Gremium den Beschluss zur Wiederansiedlung der großen Waldeule entlang der Alpennordseite fasste.

Es war ein bezaubernder Augenblick als - nach langwierigen Vorbereitungen - im Spätsommer 2009 der erste Habichtskauz mit Namen „Karl-Heinz“ freigelassen wurde. Majestätisch erhob sich der große Vogel (Spannweite 125cm) und verschwand mit wenigen Flügelschlägen lautlos zwischen den alten Buchenstämmen. Mein Gefühl lässt sich nicht in Worte fassen als ich „Karl-Heinz“ kurz vor den Osterfeiertagen 2011, gemeinsam mit seinem Kauz-Partner wiederfand. Nächstes Jahr wird es dann spannend – vielleicht sind gerade die Jungen von „Karl-Heinz“ nach mehr als 100 Jahren die ersten im Freiland geborenen Habichtskäuze.

Dr. Richard Zink ist  Zoologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Weitere Informationen zum Habichtskauz-Wiederansiedelungsprojekt unter: www.habichtskauz.at

Dr. Erich Steiner, Direktor Naturkunde
Als Ornithologe galt mein Interessenschwerpunkt zwar niemals den Eulen. Allerdings wird jeder, der das Glück hatte z.B. einen Uhu in freier Wildbahn zu sehen oder gar längere Zeit beobachten zu können zugeben müssen, dass von diesen Tieren eine unglaubliche Faszination ausgeht. Ich erinnere mich noch heute an meine erste Begegnung mit einem Uhu vor mehr als vierzig Jahren beim nächtlichen Angeln im Kamptal, die einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Heute sind etliche der heimischen Eulenarten, denken wir hier beispielsweise an Steinkauz und Schleiereule, vom Aussterben bedroht, andere, wie eben der Habichtskauz, überhaupt aus Österreich verschwunden. 

Die Wiederansiedlung dieses prächtigen Vogels sollte uns allen ein Anliegen sein und verdient unsere volle Unterstützung. Mit der Hoffnug irgendwann einmal einen Habichtkauz in Freiheit beobachten zu können, möchte ich dem Projekt, allen MitarbeiterInnen und selbstverständlich auch den beteiligten Tieren viel Glück wünschen. 

12. März 2011

Kraut & Rüben


Sonderausstellung "Kraut & Rüben - Menschen und ihre Kulturpflanzen"

Mit der neuen naturkundlichen Sonderausstellung zum Thema Kulturpflanzen ist das Landesmuseum einmal mehr am Puls der Zeit. Das Interesse daran, was wir essen und woher es kommt, steigt stetig. Die Schau vermittelt kurzweilig und informativ Hintergründe zu rund 100 Kulturpflanzen. 

Ausstellungskatalog
Dabei werden nicht nur botanische Besonderheiten gezeigt, sondern auch kulturgeschichtliche Zusammenhänge, wirtschaftliche Bedeutung, Sortenvielfalt, regionale Besonderheiten, Pflanzenzüchtung bis zu brennenden Fragen der Gegenwart wie Gentechnik.
Der Mensch hat nicht immer Landwirtschaft betrieben, aber Pflanzen waren stets eine wichtige Nahrungsquelle. Als das Jäger-Sammler-Dasein vor rund 10.000 Jahren durch Ackerbau abgelöst wurde, begann eine neue Ära in der gemeinsamen Geschichte von Mensch und Pflanze. Unsere Vorfahren nahmen Wildpflanzen in ihre Obhut, kultivierten sie und veränderten nach und nach deren Eigenschaften. Diese „menschengemachten” Kulturpflanzen wurden die wichtigsten Nahrungslieferanten.

Die Ausstellung ist in enger Kooperation mit Arche Noah entstanden.
KuratorIn: Beate Koller, Erich Steiner

An Publikationen erscheinen eine ausstellungsbegleitende Broschüre , eine Kinderbroschüre und ein Ausstellungs-Katalog.

Eröffnung: 19. März 2011, 16 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. März 2011 - 12. Februar 2012 


Ausstellungsaufbau
Ausstellungsumbau Gangbereich


Die Arbeiten sind im vollen Gang


Eröffnung und Ausstellungsbeginn 19. März 2011





Ausstellungssujet
MitarbeiterInnen über "Kraut & Rüben".
Mit der Eröffnung der Sonderausstellung startet auch der Natur-Blog. 
Im folgenden erzählen einige MitarbeiterInnen über ihren Zugang zu Kraut & Rüben.



Dr. Brigitte Schlögl, Geschäftsführerin
Welchen Bezug hat die Geschäftsführerin des Landesmuseums zu Kraut und Rüben? Da wäre einmal die Hoffnung, dass diese tolle Ausstellung ganz viele Besucher anlockt. Daneben gibt es auch einen persönlichen Zugang: ich koche gerne und ich baue selber in bescheidenem Rahmen Kulturpflanzen an. Da Zweiteres keinen wirklich bedeutenden Beitrag zur Ernährung der Menschheit darstellt, möchte ich lieber auf das erste Hobby Bezug nehmen.
Als gebürtige Kärntnerin habe ich einen starken Hang zur italienischen Küche und damit zu Tomaten und Co. Was aber wenige wissen (was sich jetzt schlagartig ändern wird) ist, dass ich auch burgenländische Wurzeln habe.
 

Hier ein Spezialrezept von meiner Großmutter: „Burgenländische Bohnnockerlsuppe“
Suppengemüse, grüner Paprika und Tomate kleinschneiden und in Wasser kochen. Große weiße Bohnen dazugeben und weich kochen (wenn einige aufplatzen – kein Problem). Zwiebel mit gehackter Petersilie andünsten, Paprikapulver dazugeben und mit Wasser aufgießen, diese Mischung zur Suppe geben. Weichen Nockerlteig herstellen und in die Suppe hinein zupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen.



Mag. Beate Koller, Kuratorin
Wer oder was genau die Liebe zu den essbaren Pflanzen bei mir eingepflanzt hat, weiß ich nicht genau. Fest steht, dass es bei allen Großeltern und auch bei meinen Eltern immer kleine Gärten gab, dass frische Kräuter im Essen und das Verarbeiten von Obst aus dem Garten einfach dazugehörten.
Während des Botanikstudiums blieb, trotz aller spannenden Exkursionen und der Lust am Botanisieren, eine Sehnsucht bestehen, die bei meinem ersten Besuch im Arche Noah Schaugarten als Praktikantin in Freude und Liebe zu dieser wunderbaren Fülle an essbaren Pflanzen umschlug. Ich sah mich dort, sehr plötzlich und intensiv, mit einer Fülle von ästhetischen und kulinarischen Eindrücken konfrontiert. Anfangs erschien mir die Arbeit in diesem Garten wie ein Ausflug ins Paradies. Die ungeheure Freude und Befriedigung, die dieser sichtbare Reichtum an Farben, Formen, Gerüchen, Geschmäckern und auch die Überlegung auslöst, dass hinter all diesen Formen gemeinsame Geschichten von Menschen und Kulturpflanzen stehen, sind schwer zu beschreiben.  


Es ist mir und den MitarbeiterInnen und Mitgliedern der Arche Noah ein großes Anliegen, dass dieser Reichtum lebendig erhalten wird und sich weiterentwickeln kann – ein Reichtum, der jenseits des sinnlichen Vergnügens eine existentielle Lebensgrundlage für alle Menschen darstellt. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sich wieder viele Menschen in diesen Prozess einschalten und sich gärtnernd, kochend, züchterisch betätigen und dabei das Wissen über die Kulturpflanzen und ihre Wertschätzung an andere weitergeben. 




Dr. Erich Steiner, Direktor Naturkunde
Kulturpflanzen haben mich schon immer interessiert. Waren es im Schrebergarten der Mutter zunächst Geschmack, Form und Farbe, kam später das Interesse an ihrer zum Teil unglaublich abenteurlichen (Kultur-) Geschichte hinzu.

Heute – als leidenschaftlicher Hobbygärtner und Koch  – faszinieren mich Sorten-  und Geschmacksvielfalt ebenso wie Ertragseigenschaften, wobei  es mir Paradeiser, Chilis und Bohnen besonders angetan haben. Eine Ausstellung zu diesem Thema zu organisieren  beschäftigt mich gedanklich schon seit Jahren. Umso mehr freut es mich daher, dass es im Jahr 2011 endlich geklappt hat und ein persönliches Anliegen in die Tat umgesetzt werden konnte. Noch dazu bin ich davon überzeugt, dass die Besucher des Landesmuseums Niederösterreich von der vielfältigen Thematik und deren Umsetzung in der Ausstellung genauso begeistert sein werden wie ich selbst.





Mag. Johanna Weitzenböck (in Karenz)
Früher war ich ja nicht so begeistert von Gärten und vom Pflanzenanbau. Ich muss auch zugeben, dass sich mein grüner Daumen nicht immer gezeigt hat in den letzten Jahren und es damit schon einige Pflanzen bei mir nicht überlebt haben.
Jetzt habe ich für mich ein Rezept gefunden, das anscheinend gar nicht schlecht ist: wenn ich meine Pflanzen lange genug ignoriere und nicht dauernd giesse, dann überleben sie auch bei mir und wachsen sogar. Mal schauen, ob unsere Kuratorin Fr. Mag. Koller noch ein paar wertvolle Tipps für Kräuter hat. Sie ist schliesslich die Expertin. Oder ich schaue einfach öfter meiner Schwiegermutter zu. In deren Garten wächst alles obwohl hier keine Dünge- und Spritzmittel verwendet werden. Da ich im Sommer 2011 mein erstes Kind bekomme, habe ich viel Zeit den Pflänzchen beim Wachsen zuzuschauen.



Kathi Daxbeck, Ticketing
Ich freue mich schon sehr  auf die neue Ausstellung "Kraut & Rüben", denn  dort bekomme ich sicher genügend Tips und Informationen darüber, wie ich das „organisierte Chaos“ in meinem Naturgarten in Zaum halten, pflegen und erweitern kann.
Hier kommt mein Tip: „Schnecken-Supperl“
Man mische einen Teil Wasser mit zwei Teilen Essig. Nun sammle man die „lieben, netten, klebrigen und nackten Schneckerl“  und werfe sie in die gut verrührte Suppe. (Im Bruchteil einer Sekunde – so tierliebend wie möglich - sind diese „Bestien“ ins Jenseits befördert. Anschließend entsorge man die „Suppe“ auf dem Kompost.
Die Infos hierzu habe ich bei meiner Ausbildung in der „Natur-im-Garten-Akademie bekommen.
Etwas darf man aber nie vergessen: Jene Zeit, in der man die getane Arbeit betrachtet und den Ausblick genießt!!!



Mag. Monika Schaar-Willomitzer, E-Marketing
Mit Kraut, Rüben und vielen anderen Pflanzen bin ich am Land aufgewachsen. Als Kind war es selbstverständlich im Garten die Pflanzen direkt aus dem Beet oder vom Baum zu essen. Im jugendlichen Eifer war mir das Thema kein so großes Anliegen. Erst während des Studiums habe ich mich mit den Kulturpflanzen und vor allem deren Geschichte wieder beschäftigt.
Ein einschlägiges Erlebenis war die Geburt meiner Tochter. Nicht nur, dass sich mein Leben positiv verändert hat, auch mein Speiseplan und natürlich der Anbauplan im Garten hat sich verbessert. Jedes Jahr aufs Neue finden mehr Pflanzen den Weg in meinen Garten. Die Ausstellung "Kraut & Rüben" wird meinen Anbauplan sicherlich noch erweitern! Meine inzwischen fast 4-jährige Tochter wird sich freuen! Auch sie ist schon eifrig am Gärtnern.

7. Februar 2010

Ameisen



Das Landesmuseum widmet sich schon länger dem Thema Ameisen. Spätestens seitdem Christian Dietrich (ein Biologe mit dem Schwerpunkt Ameisen) im Museum arbeitet. 
Formikar im Landesmuseum

Auf seine Initiative wurde diesen Hautflügler auch eine Sonderausstellung gewidmet: "Ameisen - Unbekannte Faszination vor der Haustüre" (22.03.2009 - 07.02.2010). 
 Diese ist dann weiter ins Biologiezentrum der Oberösterreichen Landesmuseen weitergewandert (bis 03.04.2011 zu besuchen!)

Von 6. Mai - 9. Oktober 2011 sind die Ameisen im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zu besichtigen. 



Nach dem Ende der Sonderausstellung wurde im Naturbereich ein großes Formikar aufstellt.

Mag. Christian Dietrich
"Wer unser Landesmuseum besucht, dem wird vielleicht mancher Bereich der Naturkunde fehlen. Eine umfassende Darstellung würde ein Vielfaches der bestehenden Räumlichkeiten benötigen. Daher werden Themen, die ansonsten zu kurz kämen in Sonderausstellungen behandelt. 2009 waren es die „Ameisen“, was mich umso mehr freute, als mich diese Gruppe seit meiner Kindheit beschäftigt. Es war wohl das Eintauchen in eine eigene, fremde Welt, die trotzdem scheinbare Parallelen zum Menschsein aufweist, die diese „Faszination vor der Haustür“ in mir weckte. Wer sich vom Bild der lästigen Ameisen löst, wird so einiges erfahren über die Ameisen als Jäger, Viehzüchter, Ammen, Architekten, aber auch als Sklavenräuber, Drogenkonsumenten und Meuchelmörder. In der Ausstellung wurden mehrere Ameisenvölker in sog. Formikarien gezeigt. Das Größte, ein Waldameisen-Formikar, blieb erhalten und wurde in die Dauerausstellung integriert. So lassen sich nun auch Ameisen neben anderen lebenden Tieren wie Fische, Amphibien und Reptilien im Museum beobachten. Ihr aufgeregtes Treiben hat, ganz im Gegenteil, eine beruhigende, fast meditative Wirkung – zumindest auf mich."



Die Ameisen sind aber nicht nur im Naturbereich präsent, es gibt noch die Broschüre um EUR 3,50 im Shop zu kaufen und natürlich andere Produkte.
Am besten im Museumsshop vorbeischauen oder online auf www.landesmuseum.net die diversen Publikationen durchforsten.

Auch einen Kinderkatalog (leider schon vergriffen) hat es gegeben. Dieser kann auf www.landesmuseum.net downgeloadet werden.


Ausstellungsimpressionen der Ameisen-Sonderausstellung







Zum Internationalen Jahr des Waldes wurde im Landesmuseum eine Kunstausstellung zum Thema "Wald" installiert. Hier widmet sich ein großformatiges Werk den Ameisen!
Die Ausstellung ist noch bis 1. Mai 2011 zu besuchen.